Im Klinikum Landsberg kommen jährlich über 1400 Babys zur Welt. Nicht immer können sich aber Mama und Kind in der ersten Zeit nach der Geburt entspannt im gemeinsamen Zimmer der Geburtshilfe kennenlernen. Wird ein Baby zu früh geboren oder benötigt aus anderen Gründen eine spezielle medizinische Behandlung, wird es in der Abteilung für Kinder- und Jugendmedizin des Klinikums versorgt.
Dort gibt das ganze Team alles, um die kleinsten Patientinnen und Patienten sowie ihre Familien bestmöglich zu unterstützen. In der sensiblen Phase nach der Geburt, wenn Babys nicht direkt bei ihren Müttern bleiben können, bringt unter anderem auch das Thema Stillen einige Herausforderungen mit sich – deshalb stellen wir heute die Arbeit von Ilona Flammensbeck vor. Sie ist als Stillberaterin seit 2019 in der Kinder- und Jugendmedizin tätig (seit 2023 zertifiziert), unterstützt die Mütter dort in der emotionalen Zeit und hilft ihnen dabei, eine möglichst gute Bindung zu ihren Babys aufzubauen – unter diesen ganz besonderen Umständen.
„Mütter können mit dem Stillen und der Muttermilch einen unendlich wertvollen Beitrag leisten, auch wenn sie nicht immer vor Ort sein können und dadurch trotz allem den Auftakt für eine gute Stillbeziehung setzen“, davon ist Ilona Flammensbeck überzeugt. Doch wenn das Neugeborene zu klein, zu schwach oder krank ist, wenn es in einem der neonatologischen Intensivbetten oder in einem Wärmebettchen mit 24/7-Monitoring überwacht und über eine Magensonde versorgt werden muss, läuft nach der Geburt vieles ganz anders, als sich die Eltern das vorgestellt hatten. „Viele Mamas sind dann erst einmal sehr traurig“, sagt Ilona Flammensbeck.
Und hier kommt ihre Arbeit zum Einsatz: Sie bietet den Müttern bei Bedarf eine Stillberatung an, zeigt ihnen, wie die Milchbildung trotz allem gefördert werden kann, achtet sehr darauf, dass die Neugeborenen in den Genuss der allerersten Muttermilch (Kolostrum) kommen – und, dass sie schließlich den Übergang von der Magensonden-Ernährung hin zum Trinken an der Brust gut schaffen, wie sie berichtet: „Das Ziel ist es, den Müttern mit Rat und Tat zur Seite zu stehen – sie erfahren alles über die Anlegetechniken und Griffe, über Hilfsmittel und übers Abpumpen, damit sie gemeinsam sicher und gestärkt nach Hause gehen können.“ Natürlich werden ebenso die Mütter unterstützt, die abstillen möchten – „in der Kinder- und Jugendmedizin wird allen Mamas geholfen, eine tolle Bindung zu ihrem Baby aufzubauen“, betont Ilona Flammensbeck.

Sie wohnt in Mering, ist selbst zweifache Mutter, gelernte Kinder-Krankenschwester und arbeitet seit 2019 im Klinikum Landsberg. Zuvor war sie 20 Jahre lang auch als Praxisanleiterin tätig und sammelte sehr viel Erfahrung in der Frühchen-Pflege und in der Beratung, wie sie erzählt. Zusätzlich absolvierte sie – neben zahlreichen weiteren Schulungen – eine Weiterbildung zum Case-Manager – dabei erlernte sie alles über die Organisation, Frühgeborene nach Hause zu entlassen. Neben dem Schichtdienst in der Pflege und der Stillberatung, die sie jahrelang praktiziert hatte (und als Mutter auch am eigenen Körper die entsprechenden Erfahrungen sammelte) beschloss sie, ihre Arbeit mit einem professionellen Abschluss zu ergänzen: Sie studierte ein Semester bei Impulse e.V und ging daraus im Jahr 2023 als „zertifizierte Stillberaterin“ hervor. Diese Tätigkeit bietet sie zusätzlich zur Beratung auf der Kinderstation im Klinikum auch freiberuflich an. Wichtig ist ihr, das ganze Pflegeteam der Kinder- und Jugendmedizin beim Thema Stillen mit ins Boot zu holen und zu schulen – „so bekommen die Mütter jede mögliche Unterstützung“.
Primär geht es dabei um die Babys mit der höchsten Versorgungsstufe. In der Neonatologie und der Kindermedizin des Klinikums können Frühchen ab der vollendeten 32. Schwangerschaftswoche und kranke Neugeborene medizinisch behandelt werden. Ärztinnen, Ärzte und Kinderkrankenschwestern mit Zusatz-Weiterbildung „pädiatrische Intensivmedizin“ sind rund um die Uhr für die Kleinsten da.
Können Mama und Kind schließlich das Klinikum verlassen, soll der Auftakt zuhause möglichst gut gelingen. „Nach den erlernten Tipps bei uns können die Mütter mit ihrer Hebamme weiter das Stillen üben, oft gelingt ihnen schnell der Übergang von einer auf zwei oder mehr Stillmahlzeiten pro Tag“, freut sich Ilona Flammensbeck und ist voller Lob für die Mütter in dieser herausfordernden Zeit: „Die meisten Frauen sind hochmotiviert und machen super mit und erzielen tolle Erfolge! Auch lernen sie bei uns ganz allgemein, ihr Baby richtig einzuschätzen und können gut vorbereitet nach Hause gehen.“ Mit der Muttermilch können sie ihren Kindern viel Gutes tun, erklärt die Stillberaterin, „denn sie beinhaltet alle wichtigen Abwehrstoffe, ist am besten verdaulich und eine gute Prophylaxe für Krankheiten. Unabhängig davon ist das Bonding, die körperliche Nähe, zwischen Mutter und Kind das Allerwichtigste – gerade nach einem so holprigen Start.“
Alle Informationen über die Geburtshilfe und die Kindermedizin/Neonatologie am Klinikum Landsberg sowie über die Stillberaterinnen des Hauses erhalten Sie auf der Webseite des Klinikums unter Neonatologie – Klinikum Landsberg am Lech und Geburtshilfe – Klinikum Landsberg am Lech


