Vorsichtig bewegt sich der Roboter-Arm nach vorne, greift sich ein Probenröhrchen, scannt den Code und leitet die Analytik ein. Nur ein leises Surren ist zu hören. Eine Szene wie aus einem Science-Fiction-Film – die sich aber nun genau so im Klinikum Landsberg abspielt. Denn hier wurde nach intensiven Umbauarbeiten ein hochmodernes Robotik-Labor installiert und ist jetzt einsatzbereit für die Zukunft.
Landrat Thomas Eichinger, Laborleiter Armin Federl und Diana Thürasch verantwortliche Projektleiterin sowie der stellvertretende Klinikum Vorstand Maik Tomuschat durchschnitten das rote Band und gaben somit den offiziellen Startschuss.
Damit zählt das Klinikum Landsberg am Lech laut kaufmännischem Leiter Maik Tomuschat zu einem der ersten Häuser in Deutschland, die auf automatisierte Laborprozesse durch Robotik-Technologie setzen.
Warum Robotik? Dafür nennt der kaufmännische Leiter mehrere Gründe: „Mit dem neuen Labor wollen wir Maßstäbe in Sachen Qualität, Effizienz und Patientensicherheit setzen. Außerdem sichert diese Investition in Zeiten des Fachkräftemangels unseren Labor-Standort am Klinikum Landsberg.“ Das Hightech-Labor biete nun sowohl den Mitarbeitenden als auch Patientinnen und Patienten einen Mehrwert.
Ein Beispiel: Dank der neuen automatischen Rohrpostöffnung werden die Kolleginnen und Kollegen des Labors bei stetig steigendem Probenaufkommen erheblich entlastet – die innovative Technik ermögliche eine schnelle und präzise Bearbeitung aller Laborproben, und dies sogar in den Nachtstunden.
Außerdem, so Tomuschat weiter, habe der Einsatz des Robotik-Labors längst nicht nur Relevanz fürs eigene Haus: „Da wir auch Versorger zahlreicher niedergelassener Ärztinnen und Ärzte sind, hat das Projekt auch überregionale Tragweite.“ Und, um noch ein Stück weiter in die Zukunft zu blicken, soll natürlich auch der große, neue Funktionsneubau am Klinikum Landsberg (geplanter Baustart: 2027) durch das eigene, leistungsstarke Hightech-Labor versorgt werden, wie Klinik-Vorstand Marco Woedl betont: „Über allem steht das Ziel, den Standort Klinikum Landsberg zu sichern und der steigenden Patientenzahl gerecht zu werden – unser neues Robotik-Labor ist hierfür ein wichtiger Baustein.“
Das neue Labor befindet sich in frisch renovierten Räumlichkeiten im Untergeschoss des Klinikums. Die bisherigen Laborflächen im Holzpavillon-Anbau müssen bald für den geplanten Funktionsneubau weichen, erklärt Diana Thürasch, verantwortliche Projektleiterin und medizinische Technologin für Laboratoriumsanalytik am Klinikum Landsberg.
Mit der Inbetriebnahme des Hightech-Labors verändern sich die Arbeitsabläufe nun grundlegend. Bisher wurden laut Diana Thürasch alle Proben manuell angenommen, erfasst, verteilt, bearbeitet und archiviert. Und genau für diese Aufgaben kommt jetzt die Robotertechnik zum Einsatz. Sie sorgt dafür, dass die Proben automatisch entpackt, sortiert und an die passenden Analytikgeräte verteilt werden. Auch die Archivierung läuft nun teilweise automatisiert, was zu einer deutlichen Standardisierung und Steigerung der Prozessqualität führe.
Trotz allem bleibe das Labor-Personal unverzichtbar für die Qualität der Analytik: „Wir begleiten die Prozesse intensiv“, betont Diana Thürasch. In Bereichen wie etwa der Immunhämatologie – also allem, was mit Blutkonserven zu tun hat -, bei Corona-Schnelltests oder der Urindiagnostik sei der manuelle Einsatz unbedingt notwendig. „Wir kontrollieren außerdem die Funktion aller Geräte und die Richtigkeit der Ergebnisse.“
Nach und nach wird jetzt der Betrieb aufgenommen. Parallel zur Installation der Robotik fanden umfassende Schulungen für das gesamte Labor-Team, für die Rohrpost-Anwender und für weitere Klinikbereiche statt. Damit die Arbeit zwischen Mensch und Maschine reibungslos funktioniert.


