Klinikum Landsberg erhält Zertifizierung als Tele-Stroke-Unit – Schlaganfallversorgung auf höchstem Niveau

Landrat Thomas Eichinger, mit Oberärztin Fr. Dr Hüttemann und Chefarzt Hr. Dr. Landwehr in der Notaufnahme

Hochqualitative Schlaganfallversorgung rund um die Uhr – wohnortnah und auf universitärem Niveau

Das Klinikum Landsberg am Lech stärkt seine Rolle als leistungsfähiger Gesundheitsversorger in der Region: Die Schlaganfallversorgung wurde offiziell als Tele-Stroke-Unit zertifiziert. Damit wird bestätigt, dass Patientinnen und Patienten auch ohne eigene neurologische Fachabteilung jederzeit nach höchsten medizinischen Standards behandelt werden – 24 Stunden am Tag, sieben Tage die Woche.

Zugleich ist das Klinikum Landsberg am Lech die erste internistische Klinik innerhalb des NEVAS Netzwerkes, die erfolgreich als Tele Stroke Unit zertifiziert wurde.

Bereits seit 2013 arbeitet das Klinikum telemedizinisch mit dem Universitätsklinikum Großhadern, München, im Rahmen des NEVAS-Netzwerkes zusammen. Über eine gesicherte Videoverbindung werden Schlaganfallpatienten unmittelbar durch neurologische Spezialisten mitbeurteilt. So steht auch im Landkreis jederzeit universitär geprägte Expertise zur Verfügung.

Gerade beim Schlaganfall zählt jede Minute. Für eine wirksame Akuttherapie – etwa die sogenannte Lysebehandlung bei Gefäßverschlüssen – bleibt in der Regel nur ein Zeitfenster von etwa viereinhalb Stunden nach Symptombeginn. Die strukturierte Zusammenarbeit im Telemedizin-Netzwerk ermöglicht es, Diagnostik und Therapie ohne Verzögerung einzuleiten.

Mit der erfolgreichen Zertifizierung wird dieses Engagement nun auch offiziell bestätigt.
Klinikvorstand Hr. Woedl betont:

„Die Auszeichnung als Tele-Stroke-Unit ist eine große Anerkennung für das Engagement unseres gesamten Teams. Sie bestätigt, dass wir Schlaganfallpatientinnen und -patienten hier vor Ort jederzeit auf höchstem fachlichen Niveau versorgen können. Darauf sind wir sehr stolz – und es ist ein starkes Signal für die medizinische Sicherheit in unserer Region.“

Auch Landrat Thomas Eichinger würdigt die Leistung des Klinikums:

„Wir können stolz sein, dass unser Klinikum die Zertifizierung geschafft hat. Unser Gesundheitsstandort hat Zukunft. Wir setzen auf Vernetzung, hohe Qualität und moderne Technik für ein Gesundheitswesen, auf das die Menschen sich im Landkreis verlassen können.“

400 Schlaganfallpatienten pro Jahr – hohe Expertise vor Ort

Mit rund 400 behandelten Schlaganfallpatientinnen und -patienten jährlich verfügt das Klinikum über große Erfahrung in der Akutversorgung. Die Behandlung erfolgt nach klar definierten, standardisierten Abläufen auf speziell ausgestatteten Überwachungsplätzen innerhalb der Intensivstation.

In den ersten 24 bis 48 Stunden nach dem Ereignis werden die Betroffenen engmaschig monitorüberwacht. Zum zertifizierten Versorgungskonzept gehören neben der Akuttherapie:

  • umfassende bildgebende und internistische Diagnostik
  • kontinuierliche neurologische und kardiologische Überwachung
  • Gefäßultraschalluntersuchungen
  • frühzeitiger Beginn von Physio-, Ergo- und Logopädie innerhalb der ersten 24 Stunden durch ein hauseigenes auf Schlaganfälle spezialisiertes Team

Diese strukturierte interdisziplinäre Behandlung verbessert nachweislich die Prognose und reduziert Folgeschäden.

Strenges Prüfverfahren bestätigt hohe Qualitätsstandards

Die Zertifizierung erfolgt durch die Deutsche Schlaganfall-Gesellschaft und ist an umfangreiche Qualitätskriterien gebunden. Neben Mindestfallzahlen müssen sämtliche Behandlungsabläufe detailliert dokumentiert und überprüft werden. Ein umfassender Fragenkatalog, die Auswertung zahlreicher Kennzahlen sowie eine mehrstündige Vor-Ort-Begehung durch externe Gutachter waren Teil des anspruchsvollen Prüfprozesses.

Mit der erfolgreichen Zertifizierung wird bestätigt, dass die Schlaganfallversorgung in der Klinik leitliniengerecht, strukturiert und auf höchstem fachlichen Niveau erfolgt.

Starke Medizin für die Region

Schlaganfälle nehmen aufgrund der demografischen Entwicklung weiter zu. Gleichzeitig ist die Behandlung hochgradig zeitkritisch. Telemedizinische Netzwerke wie NEVAS sind deshalb ein zentraler Baustein, um eine flächendeckende Versorgung sicherzustellen – auch außerhalb großer Ballungsräume.

Mit der Zertifizierung als Tele-Stroke-Unit unterstreicht das Klinikum seinen Anspruch, moderne Spitzenmedizin wohnortnah anzubieten. Für die Bevölkerung bedeutet das: schnelle Hilfe im Notfall, hohe Behandlungsqualität und medizinische Sicherheit direkt vor Ort.

 

Foto v.l.n.r.: Landrat Thomas Eichinger, Fr. Dr. Hüttemann, Hr. Dr. Landwehr
© Julian Leitenstorfer