Was ist eigentlich eine Kalkschulter – und was kann man dagegen tun?

Bei der Kalkschulter bzw. Tendinitis calcarea handelt es sich um Kalkeinlagerungen in der Sehne, meist in der Ansatzzone der Rotatorenmanschette am Oberarm, erklärt Dr. Susanne Lochner, Oberärztin der Fachabteilung Unfallchirurgie/Orthopädie an unserem Klinikum. Grundsätzlich verläuft die Erkrankung in Phasen. Es kommt nach unterschiedlich langer Zeit meist zu einer Rückbildung des Kalkdepots und damit zur „Heilung“ mit Wiederherstellung der Funktion des Schultergelenks.

Die „Kalkschulter“ ist eine Erkrankung mit Kalkablagerungen in den Sehnen der Rotatorenmanschette und tritt meist ohne erkennbaren Auslöser auf. Es kommt häufig zur Verdickung der Sehne unter dem Schulterdach und zu entzündlichen Begleiterscheinungen (Schleimbeutelentzündung, Kapselentzündung, Sehnenentzündung). Dadurch können Beschwerden ähnlich eines Schulterengpass Syndroms ausgelöst werden. Von dem Krankheitsbild sind besonders häufig Frauen im mittleren Lebensalter betroffen. Oft sind auch beide Schultern betroffen. Die genaue Ursache für die Kalkeinlagerungen ist nicht bekannt.

Welche Symptome hat man bei einer Kalkschulter?

Charakteristisch ist laut Dr. Susanne Lochner ein akuter einsetzender, stechender Schmerz. Die Schmerzen verschlimmern sich oft beim Liegen auf der betroffenen Schulter. Bei akuten Fällen können die Patienten den Arm kaum noch anheben. Der Mediziner nennt dies eine „Pseudo-Lähmung“ (Paralyse). Die Krankheitsdauer ist kaum vorhersehbar und kann sehr langwierig sein (Monate bis Jahre). Patienten leiden oft unter langanhaltenden chronischen Schmerzen wenn es zu einer Entzündungsreaktion des Kalkdepots kommt.

Wie diagnostiziert man eine Kalkschulter?

Eine präzise Diagnose dieser Erkrankung wird durch klinische und apparative Untersuchungen (Röntgen, Ultraschall, ggf. MRT) gestellt, so Dr. Lochner. Hier ist die Abgrenzung gegen andere Schmerzursachen (Arthrose, Sehnenriss) vordergründig.

Wie behandelt man eine Kalkschulter konservativ?

Die Behandlung dieser spezifischen Schultergelenkerkrankung besteht, wenn möglich, aus einer medikamentösen Schmerztherapie und unter Umständen einer gezielten Injektionsbehandlung mit Kortison, begleitet von einer individuellen Physiotherapie.

Wie behandelt man eine Kalkschulter operativ?

Bei Ausbleiben des Erfolges einer konservativen Therapie über einen längeren Zeitraum und bei entsprechendem Leidensdruck kann die arthroskopische Entfernung des Kalkdepots erfolgen. Große Depots, welche mechanische Irritationen verursachen, können ebenfalls arthroskopisch ausgeräumt werden. Durch den minimal-invasiven Eingriff werden die in der Umgebung gelegenen Strukturen geschont und der Eingriff ist für den Körper weniger belastend und risikoarm. Die Operation dauert in der Regel 30 Minuten.

Wie lange dauert die Rehabilitation nach der arthroskopischen Therapie einer Kalkschulter?

Normalerweise können die Patienten laut Dr. Lochner die Schulter bereits nach dem Eingriff wieder frei und aktiv bewegen. Der Arm wird nur kurzzeitig für 3-5 Tage in einem Gilchristverband ruhig gestellt. Eine adäquate Schmerz- und ggf. antientzündliche Therapie schließt sich an.

Die Arbeitsfähigkeit ist abhängig vom Beruf zumeist nach 2-3 Wochen bereits wiederhergestellt. Eine Schonung von 3 Wochen hat sich meist als ausreichend erwiesen.

Kontakt zu unseren Ärzten

Wenn Sie unter entsprechenden Beschwerden im Bereich der Schulter leiden, wenden Sie sich bitte an Oberärztin Dr. Susanne Lochner oder Chefarzt Dr. Urs Abker. Termine können in unserer Schulter- und Ellenbogensprechstunde über Frau Wahl unter der Telefonnummer 08191/333-1875 vereinbart werden.

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