Wie aus dem Klinikum Landsberg ein Gesundheitscampus wird

Große Pläne für das Klinikum Landsberg: Um es für die nächsten 30 Jahre fit zu machen, wird es sich Stück für Stück in einen richtigen Gesundheitscampus verwandeln: Ein großer Funktionsneubau samt größerer Notaufnahme, neuem OP-Trakt mit vergrößerter Intensivstation und Mutter-Kind-Zentrum, eine schöne neue Pflegeschule, ein Facharztzentrum samt Apotheke und Gesundheitsamt, ein Pflegeheim, Mitarbeiterwohnungen, ein Parkhaus und vieles mehr sollen dazu errichtet werden. Die einzelnen Bauprojekte ab 2022 stellen Landrat Thomas Eichinger und Klinik-Vorstand Marco Woedl nun der Öffentlichkeit vor – beide freuen sich sehr darüber, das leistungsstarke Landsberger Klinikum auf die nächste Stufe zu heben und zukunftsfähig zu machen, den Patienten und den Mitarbeitern zuliebe.

In enger Abstimmung mit der Stadt Landsberg stehen für das Kreisklinikum in den kommenden Jahren folgende Bauprojekte auf der Agenda, wie Vorstand Marco Woedl erläutert.

  • Die Pflegeschule (Baubeginn 2023, Fertigstellung: 2024): Sie wird als erstes entstehen und soll künftig 96 Ausbildungsplätze für die angehenden Pflegekräfte bereithalten. Damit soll dem Pflegenotstand direkt vor der Haustür entgegengewirkt werden, so Marco Woedl. Geplant ist momentan, diesen modernen neuen Ausbildungscampus südlich des Kindergartens gegenüber des Klinikums zu bauen. Die Finanzierung von rund 5 Mio. Euro ist bereits gesichert (Förderung durch den Freistaat und den Landkreis Landsberg). Die bislang bestehende Pflegeschule bietet nur Platz für 66 Auszubildende und soll gemeinsam mit den bisherigen Alt-Gebäuden für Verwaltung und Gesundheitsamt zugunsten des Facharztzentrums-Neubaus weichen.
  • Facharztzentrum: Wo jetzt noch die alten Gebäude für Pflegeschule, Verwaltung und Gesundheitsamt stehen, wird laut Planung bis 2025 ein großes, zweistöckiges Facharztzentrum mit Apotheke, chirurgischem MVZ, Sanitätshaus, acht Facharztpraxen und Gesundheitsamt (zwei Eingänge) entstehen – ein weiterer Schritt also hin zum Gesundheitscampus. Baubeginn: 2024. Wie Marco Woedl berichtet, haben bereits zahlreiche Fachärzte ihr Interesse bekundet, sich dort niederlassen zu wollen. Die Verwaltung zieht dann in das bisherige Klinikumgebäude ein, das Gesundheitsamt wird bis zur Fertigstellung des neuen Facharztzentrums ausgelagert.
  • Funktionsneubau: Das Klinikum plant die Errichtung eines rund 7000 Quadratmeter (Nutzfläche) großen, dreistöckigen Funktionsneubaus im jetzigen Patientengarten, angrenzend an das bisherige Klinikumgebäude. In zwei Bauabschnitten soll zunächst der Neubau als Anbau entstehen. Im zweiten Schritt werden dann die  freiwerdenden Bereiche im Bestandsgebäude (ca. 1.600 Quadratmeter Nutzfläche) umgebaut. Der Plan für die Funktionsstellen und Abteilungen sieht so aus:
  • Stationärer OP-Trakt mit Aufwachraum, im Neubau, 1.135 qm
  • Intensivtherapie und Intensivüberwachung, im Neubau, 1.039 qm
  • Sterilgutversorgung, im Neubau, 306 qm
  • Geriatriestation mit 40 Betten, im Neubau, 985 qm
  • Zentrale Notaufnahme mit Aufnahmestation im Erdgeschoss des Neubaus, 719 qm
  • Verwaltungsbüros, Einrichtung im Bestandsgebäude, 768 qm
  • Funktionsdiagnostik Innere Medizin, Endoskopie, Herzkatheterlabor, Einrichtung im Bestandsgebäude, 591 qm
  • Labor, Einrichtung im Bestandsgebäude, 247 qm
  • Bereitschaftsdienstzimmer, im Neubau, 140 qm
  • Erweiterung Kindermedizin: Räume für Level 2, Neonatologische Intensivstation, im Neubau, 465 qm
  • Neue Kinderstation, im Neubau, 503 qm
  • Neue Gynökologie-Station mit Wöchnerinnen- und Neugeborenenpflege, im Neubau, 751 qm
  • Entbindung, im Neubau, 389 qm
  • Palliativmedizin-Station mit 10 Betten, im Neubau, 509 qm
  • GESAMT: 8.600 qm

Das große Ziel der Funktionsneubauplanung ist es laut Vorstand Marco Woedl, die Abläufe zu optimieren und die Wege für alle Mitarbeiter so kurz wie möglich zu gestalten. Unter anderem mit der größeren Notaufnahme, dem neuen OP-Trakt, der Erhöhung der Intensivbettenanzahl (22 statt bisher 11) und dem eigenen Mutter-Kind-Zentrum reagiert man auf den aktuell großen und weiterhin steigenden Bedarf in all diesen Bereichen.

Das Klinikum Landsberg wird um rund 7000 Quadratmeter Nutzfläche vergrößert und auch medizinisch ausgebaut – und somit fit die die nächsten Jahrzehnte gemacht. Bei der Finanzierung des Funktionsneubaus (Förderung durch den Freistaat und den Landkreis Landsberg) stehe man noch in Verhandlungen. Die Detailplanung wird 2022 und 2023 auf den Weg gebracht, als Baubeginn ist das Jahr 2024 anvisiert (Fertigstellung 2026/2027).

  • Zweiter CT für die Radiologie zur besseren Diagnostik Um auch medizinisch noch stärker aufzurüsten, soll ein zweiter CT (Kardio-Computertomograph) für die Radiologie errichtet werden. Er soll in den Räumen des derzeitigen Bewegungsbades eingebaut werden. Dieses wird 2022 geschlossen und in den Rohbauzustand versetzt. Anschließend soll bis 2023 der neue zweite CT eingebracht werden. Hierzu erläutert Marco Woedl: „Das Bewegungsbad müsste mit Errichtung des Funktionsneubaus sowieso weichen, da es mitten in der künftigen Notaufnahme liegt.“ Der Standort für den zweiten CT sei optimal. Diese Neuanschaffung habe eine sehr  große medizinische Relevanz für die Notfallversorgung der Bevölkerung. Der neue Kardio-CT könnte viele Herzkatheter-Untersuchungen ersetzen, wodurch die Patienten zur Diagnostik nicht mehr in andere Einrichtungen bzw. andere Landkreise fahren müssten. Zudem sei man doppelt abgesichert, falls der vorhandene CT im Klinikum aus technischen Gründen einmal ausfällt.
  • Pflegeheim mit Kurzzeitpflege Ein weiterer wichtiger Schritt beim Ausbau des Klinikums zum Gesundheitscampus soll mit dem Bau eines Pflegeheims mit 100 Pflege-Betten und 20 Kurzzeitpflegeplätzen erreicht werden. Hier steht man aktuell in der Konzeptentwicklung. Dieses Pflegeheim wird allerdings nicht der Landkreis bauen und betreiben, sondern ein externer Kooperationspartner, erklärt Marco Woedl. Hier gibt es bereits einige Interessenten. Die Fertigstellung ist für 2026 angedacht. Der Klinikvorstand erläutert, dass auch entlassene Klinikumpatienten einen Vorteil davon hätten – sie könnten im (Kurzzeit-)Pflegeheim für zwei Wochen untergebracht werden, wenn sie zuhause noch nicht alleine zurechtkommen.
  • Mitarbeiterwohnungen Geplant ist bis 2026 auch der Bau von 60 bis 120 Mitarbeiterwohnungen am Klinikum durch den Landkreis Landsberg mit einem Wohnungsbau-Förderprogramm des Freistaates Bayern. Einziehen können hier laut Landrat Thomas Eichinger Mitarbeiter aus dem Landkreis, deren Einkommen eine bestimmte Grenze nicht überschreitet (Wohnraumförderungsgesetz). Der Baubeginn soll 2024 sein, die Fertigstellung 2026.
  • Parkhaus Bei all den Neuerungen für den kommenden Gesundheitscampus am Klinikum Landsberg muss auch ein Parkhaus (an der Breslauer Straße) gebaut werden – es soll mit rund 800 Parkplätzen den Bedarf des Klinikums decken, so Marco Woedl. Die Fertigstellung ist ebenfalls für das Jahr 2026 anvisiert. Weitere Parkplätze (Tiefgaragenstellplätze) werden unter anderem im neuen Facharztzentrum entstehen.
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