Austausch, Praxis und starke Impulse beim 4. Notfallsymposium am Klinikum Landsberg

4. Notfallsymposium -Collage mit Impressionen des Abends und der Vorträge, Klinikum Landsberg am Lech

Wenn Rettungsdienst, Notärztinnen und Notärzte sowie die Teams aus Zentraler Notaufnahme und Akutmedizin zusammenkommen, geht es vor allem um eines: voneinander lernen, miteinander ins Gespräch kommen und die Versorgung im Notfall gemeinsam weiterdenken. Genau darum ging es auch beim inzwischen 4. Notfallsymposium am Klinikum Landsberg am Lech, das am Donnerstagabend, 11.Juni, erneut zahlreiche Beteiligte der regionalen Notfallversorgung zusammenbrachte.

Initiiert und moderiert wurde der Abend von Oberärztin Dr. Jennifer Ziegler, Fachärztin für Innere Medizin und Pneumologie sowie Leitende Notärztin Landsberg am Lech. Ihr Anliegen: die verschiedenen Akteurinnen und Akteure der Notfallversorgung regelmäßig zusammenzubringen, den fachlichen Austausch zu stärken und die Zusammenarbeit an den Schnittstellen weiter zu fördern.

Nach der Begrüßung durch Dr. Peter Landwehr, Chefarzt der Inneren Medizin, gab Martina Niedermeyer, stellvertretende pflegerische Leitung der Zentralen Notaufnahme, zunächst ein Update aus der ZNA. Danach folgten mehrere notfallmedizinische Impulsvorträge, die eines gemeinsam hatten: Sie zeigten sehr praxisnah, wie wichtig der genaue Blick auf einen medizinischen Fall ist – und wie wertvoll es ist, wenn Klinik und präklinische Versorgung die jeweiligen Perspektiven kennen und verstehen.

Dr. Katrin Hüttemann, Oberärztin der Neurologie, widmete sich dem Thema „Nicht alles, was zuckt, ist epileptisch“. Sie zeigte auf, dass Symptome, die zunächst wie ein epileptischer Anfall wirken, auch andere Ursachen haben können – und worauf es bei der Einschätzung im Notfall ankommt.

Auch das akute Abdomen stand auf dem Programm. Dr. Hans Dietrich Kern, Leitender Oberarzt der Viszeralchirurgie, sprach über verschiedene Formen akuter Bauchbeschwerden und machte deutlich, wie wichtig eine schnelle, strukturierte und dennoch differenzierte Einordnung für die weitere Versorgung ist.

Ein besonders sensibles Thema griff Dr. Tanija Hüttl, Chefärztin der Anästhesie, auf: Kindernotfälle. Sie sprach über Analgesie und Notfallnarkose bei Kindern und ging darauf ein, welche Faktoren gerade bei Kinder- und Kleinkindernotfällen für eine rasche Einschätzung entscheidend sind. Denn so routiniert viele Abläufe in der Notfallmedizin auch sind: Wenn Kinder betroffen sind, braucht es noch einmal einen besonders wachen Blick, klare Strukturen und ein gut abgestimmtes Vorgehen.

Mit dem akuten Thoraxschmerz brachte Stefan Kozlik, Leitender Arzt der Zentralen Notaufnahme, ein weiteres klassisches und zugleich hochrelevantes Leitsymptom in die Runde ein. Auch hier wurde deutlich, wie wichtig es ist, im Ernstfall alle Seiten eines medizinischen Falls genau zu beleuchten.

Zum Abschluss wurde es dann noch einmal besonders praktisch: Dr. Martin Simon Heinz, Chefarzt der Orthopädie, gab mit einer Live-Demo einen anschaulichen Einblick in das präklinische Blutungsmanagement. Am „Patienten Ihor“ wurde ein realitätsnahes Szenario demonstriert – inklusive vollem Einsatz, klaren Hinweisen zur Indikation und vielen praktischen Tipps für die Anwendung. Gerade dieser direkte Praxisbezug sorgte für einen nachhaltigen Eindruck und zeigte, wie wertvoll solche Formate für den gemeinsamen Wissenstransfer sind.

Der Abend machte erneut deutlich: Notfallversorgung ist Teamarbeit – und sie funktioniert besonders gut, wenn alle Beteiligten regelmäßig miteinander ins Gespräch kommen. Das Notfallsymposium bietet dafür einen wichtigen Rahmen. Es schafft Raum für fachliche Impulse, persönliche Begegnung und den Austausch über Abläufe, Herausforderungen und Erfahrungen an den Schnittstellen zwischen Rettungsdienst, Notärztinnen und Notärzten, Zentraler Notaufnahme und Akutmedizin.

Beim anschließenden Get-together in der Cafeteria wurde genau dieser Austausch fortgeführt: offen, kollegial und mit vielen Gesprächen über die Themen des Abends hinaus. Das Klinikum Landsberg bedankt sich herzlich bei allen Referentinnen und Referenten, bei Dr. Jennifer Ziegler für die Initiative und Moderation sowie bei allen Teilnehmenden für einen gelungenen Abend und den wertvollen Beitrag zur notfallmedizinischen Vernetzung in der Region.