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13.11.2019

Wenn die Herzklappen nicht mehr richtig arbeiten

Von einer Herzklappenerkrankung sprechen Spezialisten, wenn eine der vier Herzklappen nicht mehr richtig schließt oder wenn sie zu eng ist und sich nicht mehr richtig öffnet.

In den westlichen Industrienationen haben vor allem ältere Menschen ab 75 Jahren mit einer Herzklappenerkrankung zu tun; Männer sind etwas häufiger betroffen als Frauen. Ursache ist vor allem Verschleiß. Mit zunehmendem Alter verkalken die Klappen langsam und sind dann nicht mehr so beweglich wie einst. Meist ist die Aortenklappe verengt oder die Mitralklappe schließt nicht mehr richtig.

Vier Herzklappen sorgen dafür, dass das Blut in die richtige Richtung fließt

Das Herz hat vier Herzklappen, die wie Ventile funktionieren. Sie sorgen dafür, dass der Herzmuskel das Blut in die richtige Richtung pumpt: Sauerstoffarmes Blut fließt in die Lunge und sauerstoffreiches aus der Lunge wieder in den Körper.

Die Aorten- und die Mitralklappe sind die beiden Herzklappen der linken Herzhälfte. Durch die Mitralklappe fließt aus der Lunge kommendes sauerstoffreiches Blut in die linke Herzkammer, das in der Auswurfphase (Systole) durch die Aortenklappe in die große Körperschlagader (Aorta) gepumpt wird.

Spezialisten unterscheiden zwei Formen von Herzklappenerkrankungen:

Als sogenannte Klappenstenose bezeichnen Ärzte eine verengte Klappe, die sich nicht mehr vollständig öffnen kann, ein Beispiel ist die Aortenklappenstenose.Als Klappeninsuffizienz oder Klappenschwäche gelten Klappen, die nicht mehr komplett schließen, ein Beispiel ist die Mitralklappeninsuffizienz.

Ist eine Klappe stark geschädigt, staut sich Blut im Herzen oder in der Lunge

Eine Herzklappenerkrankung verursacht Beschwerden, wenn das Herz nicht mehr ausreichend Blut in den Körper pumpen kann. Ist eine Klappe nur leicht undicht oder nur etwas verengt, ist das Herz oft noch in der Lage dies auszugleichen, indem es kräftiger schlägt.

Ist eine Herzklappe dagegen stark geschädigt, staut sich das Blut im Herzen oder in der Lunge und letztlich im gesamten Kreislaufsystem. Betroffene entwickeln dann oft folgende Symptome:

Schwellungen (Ödeme), insbesondere an den Unterschenkelnunregelmäßiger, schneller oder langsamer PulsAtemnot und HustenOhnmachtsanfälleEngegefühl und Schmerzen in der Brust

Mittels Echokardiografie lässt sich erkennen, wie schwer die Erkrankung ist

Ärzte stellen schon mit einer gründlichen körperlichen Untersuchung und durch Abhören des Herzens mit einem Stethoskop fest, ob Betroffene unter einer Herzklappenerkrankung leiden. Mittels Ultraschalluntersuchung des Herzens (Echokardiografie) lässt sich der Verdacht bestätigen und erkennen, wie schwer die Erkrankung ist. Mitunter ist eine Echokardiografie des Herzens durch die Speiseröhre sinnvoll. Dazu führen Spezialisten einen Schlauch in die Speiseröhre ein, an dem ein Ultraschallkopf befestigt ist, mit dem sie das Herz untersuchen.

Diagnostizieren die Spezialisten eine Herzklappenerkrankung, nehmen sie noch weitere Untersuchungen vor, zum Beispiel:

EKG und Belastungs-EKGBlutdruckmessungBlutuntersuchungenRöntgenuntersuchung, gegebenenfalls CT oder MRT

Wichtig ist, welche Herzklappe geschädigt ist und wie stark

Ob und welche Behandlung infrage kommt, hängt von mehreren Faktoren ab. Wichtig ist, welche Herzklappe genau geschädigt ist und wie schwer. Auch die konkreten Beschwerden, das Alter des Betroffenen und der allgemeine Gesundheitszustand spielen eine Rolle. Soll eine Herzklappenerkrankung behandelt werden, stellen Spezialisten die Klappe entweder wieder her oder sie ersetzen sie durch eine Prothese. Dazu setzen sie einen Katheter ein oder sie operieren am offenen Herzen.

Die Abteilung für Innere Medizin am Klinikum Landsberg behandelt das gesamte Spektrum internistischer Krankheitsbilder. Herzerkrankungen werden sowohl von den Spezialisten vor Ort behandelt als auch in einer engen Kooperation mit dem Klinikum Großhadern, wo komplexe und spezialisierte Eingriffe und Operationen vorgenommen werden.

 


Ansprechpartner: Dr. med. Ingo Mecklenburg, Chefarzt der Abteilung für Innere Medizin, Facharzt für Innere Medizin, Facharzt für Gastroenterologie, Zusatzbezeichnungen spezielle internistische Intensivmedizin und Notfallmedizin; Gesundheitsökonom (ebs)


 

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