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23.09.2019

Wie kommt es zu einem Bandscheibenvorfall?

Viele Menschen klagen öfter mal über Rückenschmerzen. Strahlen die Schmerzen über das Bein bis in den Fuß aus, kann das auf einen Bandscheibenvorfall hindeuten. Oft klingen die Beschwerden innerhalb von sechs Wochen wieder von selbst ab.

Schätzungen zufolge haben 80 Prozent der Menschen in den westlichen Industrienationen im Laufe ihres Lebens irgendwann einmal Rückenschmerzen. In den meisten Fällen ist dies die Folge von Verschleißerscheinungen. So nimmt die Elastizität der Bandscheiben im Laufe des Lebens ab. Sie verlieren Flüssigkeit und werden spröde.

Stoßdämpfer zwischen den einzelnen Wirbeln

Die Bandscheiben befinden sich zwischen den Wirbelkörpern der Rückenwirbel. Sie bestehen aus einer elastischen Hülle und einem gelartigen Kern (Gallertkern). Bandscheiben wirken wie Stoßdämpfer zwischen den einzelnen Wirbeln. Ärzte sprechen von einem Bandscheibenvorfall, wenn Bandscheibengewebe zwischen den Wirbelkörpern hervortritt. Dieses „vorgefallene" Gewebe kann dann auf die Nerven der Wirbelsäule drücken und diese reizen.

Ein Bandscheibenvorfall kann einen plötzlich auftretenden starken einschießenden Schmerz im Bein auslösen. Drückt die Bandscheibe auf einen Nerv, entsteht der typische Beinschmerz, auch Ischias genannt. Der so gereizte Nerv kann neben Schmerzen auch zu Kribbeln und Taubheitsgefühlen oder gar zu einer Lähmung führen.

Nicht jeder Bandscheibenvorfall verursacht Beschwerden

Bei den einen verschwindet der Schmerz rasch wieder von selbst, andere haben über längere Zeit damit zu kämpfen. Entstehen neben den Schmerzen und der eingeschränkten Bewegungsfähigkeit auch Gefühlsstörungen im Gesäß oder Lähmungserscheinungen, kann dies zum Beispiel auf einen geschädigten Nerv hinweisen. Haben Betroffene zusätzlich mit der Blase oder dem Darm Probleme, ist eine schnelle Behandlung dringend geboten.

Doch längst nicht jeder Bandscheibenvorfall verursacht auch Beschwerden. Einer Studie zufolge hatten 50 von 100 Erwachsenen ohne Rückenschmerzen, die mittels Kernspintomografie untersucht wurden, eine vorgewölbte Bandscheibe. In jedem fünften Fall hatte der Bandscheibenkern schon Schichten seiner Hülle durchbrochen oder war bereits ins umliegende Gewebe gelangt.

Klinikum Landsberg: Fachlich kompetente Diagnostik und Behandlung

Um akute Rückenschmerzen abzuklären, nehmen Experten zunächst eine körperliche Untersuchung vor. Weitere Untersuchungen, wie eine Kernspintomografie, sind nötig, wenn Betroffene:

an einem oder beiden Beinen Lähmungserscheinungen spürenihre Blasen- oder Darmfunktion gestört istsie trotz Behandlung unter starken Schmerzen leidender Arzt den Verdacht hat, dass eine andere Erkrankung die Schmerzen verursacht, zum Beispiel ein Tumor.

Auch starke Beschwerden können nach einer gewissen Zeit wieder von selbst abklingen. Bis dahin helfen verschiedene schmerzlindernde Behandlungen. Dauern starke Beschwerden länger als sechs Wochen an und haben die Spezialisten eindeutig einen Bandscheibenvorfall als Ursache diagnostiziert, kann eine Operation sinnvoll sein, um den betroffenen Nerv zu entlasten. Nötig ist eine Operation immer dann, wenn die Nerven so stark geschädigt sind, dass die Blase oder der Schließmuskel des Darms nicht mehr richtig arbeiten.

 


 

 

Ansprechpartner: Dr. med. Urs M. Abker, Chefarzt der Unfallchirurgie und Orthopädie, Facharzt für Chirurgie, Orthopädie und Unfallchirurgie; Zusatzbezeichnungen Chirotherapie, spezielle Unfallchirurgie, Sportmedizin



                                                                                                                                                                                 
Dr. med. Manfred Schneider, Leitender Oberarzt der Wirbelsäulenchirurgie und Leiter des interdisziplinären Wirbelsäulenzentrums. Facharzt für Orthopädie und Unfallchirurgie, Spezielle Unfallchirurgie.

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