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22.07.2019

Heimtückische Viren, schmerzhafter Hautausschlag

Die Gürtelrose (Herpes Zoster) ist eine Infektionskrankheit. Auslöser sind Viren, die auch für Windpocken verantwortlich sind, die sogenannten Varicella-Zoster-Viren. Nach einer Windpocken-Erkrankung verbleiben sie im Körper und können viele Jahre danach wieder aktiv werden.

Schätzungen zufolge erkranken etwa 2 von 10 Menschen, die Windpocken hatten, im Laufe ihres Lebens an einer Gürtelrose. In Deutschland betrifft dies ungefähr 400.000 Menschen im Jahr. Die meisten sind älter als 50 Jahre.

Ständige Impfkommission empfiehlt Impfung gegen Gürtelrose

Seit Mitte des Jahres 2018 empfiehlt die Ständige Impfkommission (STIKO) folgenden Bevölkerungsgruppen, sich gegen Gürtelrose impfen zu lassen:

Menschen ab 60 JahrenMenschen ab 50 Jahren, deren Immunsystem durch Krankheit oder Behandlung geschwächt istMenschen ab 50 Jahren mit Erkrankungen wie Diabetes, rheumatoider Arthritis, chronisch entzündliche Darmerkrankungen, COPD (chronisch obstruktive Lungenerkrankung) und Asthma

Für die Betroffenen übernehmen die Krankenversicherungen die Kosten der Impfung.

Viren wandern am betroffenen Nerv entlang in die Haut

Die Varicella-Zoster-Viren nisten sich nach einer Windpocken-Infektion unbemerkt im Rückenmark oder in den Hirnnerven ein. Sie bleiben ein Leben lang im Körper, was Betroffene normalerweise gar nicht bemerken. Erst wenn das Immunsystem geschwächt ist, zum Beispiel nach größeren Stressphasen, können sich die Viren vermehren und in die Gewebe und in die Haut wandern, wo sich erst Bläschen und dann ein streifenförmiger, schmerzhafter Hautausschlag bildet. Häufig bildet sich der Ausschlag nur auf einer Körperhälfte, oft an Rumpf oder Brustkorb. Am Rumpf erinnert er an einen Gürtel, weshalb man auch von „Gürtelrose" spricht.

Typische Anzeichen und Beschwerden sind ein brennender oder stechender Schmerz, auf den leichte Hautrötungen mit kleinen Knötchen folgen. Aus diesen entwickeln sich wenige Stunden später kleine Bläschen, die oft jucken. Ist die Gürtelrose diagnostiziert, behandeln Ärzte sie mit einem sogenannten Virustatikum und lokal mit einer schmerzlindernden Hautpflege (Lotio). Nach etwa fünf Tagen trocknen die Bläschen aus, oft bilden sich gelbliche Krusten. Meist ist die Gürtelrose nach zwei bis vier Wochen wieder völlig abgeheilt.

Wenn der Ausschlag abgeheilt ist, doch der Schmerz bleibt

Allerdings leiden ungefähr 10 bis 20 Prozent der Erkrankten durch die Nervenreizung auch noch unter Schmerzen (neuralgiforme Schmerzen), wenn der Ausschlag bereits abgeheilt ist. Dies bezeichnen Experten als „Post-Zoster-Neuralgie". Sie kann mehrere Wochen, Monate oder gar Jahre anhalten. Auch starke Empfindungsstörungen, wie Überempfindlichkeit gegenüber Berührung oder Kleidung können auftreten.

Um den Schmerz zu lindern, helfen Mittel, die auch sonst bei Nervenschmerzen eingesetzt werden, sogenannte Co-Analgetika, auch in der Kombination mit klassischen Schmerzmitteln, wie Paracetamol oder Metamizol. Leiden Betroffene unter starken und schlecht therapierbaren Schmerzen, verordnen Ärzte mitunter auch opiathaltige Schmerzmedikamente (BTM). Vor allem lokale (topische) Behandlungen über eine Pflastermatrix haben sich in den letzten Jahren als zusätzliche Behandlungsoption durchgesetzt.

Schmerzzentrum am Klinikum Landsberg: Multimodale Schmerztherapie

Bei langanhaltenden (chronischen) Beschwerden kann eine multimodale Schmerztherapie sinnvoll sein. Sie vereint verschiedene ressourcenorientierte Verfahren und Therapien. Dazu zählen:

ärztlich-medizinische Therapien und Informationsangebote, neuromodulative Verfahrenpsychologische Einzel- und Gruppentherapienwahrnehmungs- und spannungsregulierende Verfahrenkörperliche Aktivierung mit Kraft-, Ausdauer-, Koordinations- und Beweglichkeitselementenergotherapeutische Techniken zur Desensibilisierung und Alltagsbewältigung und Kreativelementenaturheilkundliche Selbsthilfestrategien

Das Schmerzzentrum am Klinikum Landsberg bietet diese effektive und moderne Form der Schmerztherapie an. Unter Berücksichtigung der persönlichen körperlichen, seelisch-emotionalen und sozialen Faktoren entwickelt das multiprofessionelle Team ein ganzheitlich orientiertes Therapiekonzept, das Betroffene ambulant oder teilstationär in Anspruch nehmen können.

 


 

Ansprechpartner: Dr. med. Christian Moser, Leitender Arzt des Schmerzzentrums, Facharzt für Anästhesiologie, spezielle Schmerztherapie, Akupunktur, Notfallmedizin

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