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12.02.2019

Ausstülpungen im Darm: Was bei Divertikeln hilft

Sogenannte Divertikel sind kleine ballonförmige Ausstülpungen der Darmschleimhaut. Oft sind sie harmlos, doch können sie auch ernsthaften Beschwerden verursachen, sich entzünden oder zu Komplikationen führen.

Viele Menschen haben Divertikel, ohne sie zu bemerken. Mit dem Alter kommen die kleinen Ausstülpungen immer häufiger vor. Schätzungen zufolge ist jeder Zehnte unter 50 Jahren betroffen. In der Gruppe der über 70-Jährigen ist es schon die Hälfte. Erblich bedingt sind manche Menschen anfälliger für Divertikel. Wer ein schwaches Bindegewebe hat oder unter starkem Übergewicht leidet, ist häufiger von der Divertikelkrankheit betroffen.

Beschwerden: Schmerzen im Unterbauch, Blähungen, Verstopfung oder Durchfall
Divertikel entstehen an Stellen, an denen die Muskulatur schwach ist. Meist bilden sie sich in einem bestimmten Abschnitt des Dickdarms, wo der Druck des Stuhls auf die Darmwand am höchsten ist. Von einer Divertikelkrankheit sprechen Ärzte, wenn sich die Darminnenwand an mehreren Stellen nach außen wölbt und Betroffene Beschwerden haben. Sie spüren dann meist Schmerzen im linken Unterbauch. Auch können sie unter Blähungen, Verstopfung oder Durchfall leiden. Oft sind die Beschwerden nach dem Essen stärker. Manchmal bluten die Divertikel auch.

Sind die Ausstülpungen entzündet, sprechen Ärzte von einer Divertikulitis. Sie lässt sich meist gut behandeln. Bei einer Divertikulitis leiden Betroffene plötzlich unter dumpfen Schmerzen im Unterbauch und haben leichtes Fieber. Weitere Anzeichen sind Verstopfung, Durchfall, Blähungen und Übelkeit oder Krämpfe. Eine Divertikulitis kann zu Komplikationen führen, wenn die Entzündung auf die Darmwand oder andere Organe übergeht. Dann können sich Abszesse (Eiteransammlungen) oder Fisteln (röhrenartige Verbindung zwischen zwei Organen) bilden. Bei manchen Betroffenen entzünden sich Divertikel immer wieder. Es bilden sich vernarbte Verengungen (Stenosen) im Darm, die es erschweren, den Stuhl weiterzuleiten. Extremste Folge kann ein Darmverschluss sein.

Untersuchungen: So können Ärzte andere Erkrankungen ausschließen
Im Gespräch fragt der Arzt nach Vorerkrankungen und Medikamente, die Betroffene einnehmen. Es folgen eine körperliche Untersuchung und je nach Art der Beschwerden eine Blut- und Urin-Untersuchung. Meist schließt sich daran eine Ultraschalluntersuchung an. Wenn die Diagnose danach noch nicht feststeht, können eine Computertomografie und gegebenenfalls eine Darmspiegelung zum Einsatz kommen. Mit diesen Untersuchungen können Ärzte auch andere Erkrankungen ausschließen. Denn die Beschwerden, die eine Divertikelkrankheit hervorruft, ähneln beispielsweise einer Blinddarmentzündung oder auch dem Reizdarmsyndrom.

Divertikel, die keine Beschwerden verursachen, müssen nicht behandelt werden. Wie Ärzte eine Divertikulitis behandeln, hängt vom Schweregrad ab. Da Bakterien die Entzündung ausgelöst haben, können Ärzte sie mit Antibiotika behandeln. Meist ist dies aber nur notwendig, wenn das Risiko für Komplikationen erhöht ist. Dann kann eine Einweisung ins Krankenhaus nötig sein.

Klinikum Landsberg: Behandlung in der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie
Wenn sich eine akute Divertikulitis nicht bessert oder Betroffene dauerhaft Beschwerden haben, können Spezialisten den betroffenen Teil des Dickdarms operativ entfernen. Kommt es zu schweren Komplikationen, beispielsweise einer Bauchfellentzündung, müssen Ärzte rasch operieren.

In der Abteilung Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie steht ein kompetentes Team bereit, das die Sorgen und Ängste der Betroffenne ernst nimmt und ihr Krankheitsbild nach neuesten medizinischen Standards behandelt. Dabei kommen modernste Methoden und Techniken zur Anwendung.


 

Autor: Dr. med. Harald Tigges, Chefarzt der Allgemein-, Viszeral- und Gefäßchirurgie, Facharzt für Chirurgie, Viszeralchirurgie und Spezielle Viszeralchirurgie; Ernährungsmedizin


 


 

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