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17.03.2017

So erkennen Ärzte den Prostatakrebs frühzeitig

Inzwischen ist das Prostatakarzinom in Deutschland mit etwa 26 Prozent die häufigste bösartige Krebserkrankung des Mannes. Auch unter den zum Tode führenden Krebserkrankungen steht das Prostatakarzinom an dritter Stelle. Ein Grund für diese Entwicklung ist die steigende Lebenserwartung. So nimmt das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken mit dem Alter zu. Am häufigsten trifft die Erkrankung Männer ab dem 70. Lebensjahr. Tritt das Prostatakarzinom schon in jüngerem Alter auf, geht das leider häufig damit einher, dass die Krankheit aggressiver verläuft und die Prognose schlechter ist.

Wichtig: Männer sollten regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen

Die Prostata, auch Vorsteherdrüse genannt, gehört zu den inneren Geschlechtsorganen des Mannes. Sie sitzt zwischen der Blase und der Beckenbodenmuskulatur und ist ungefähr so groß wie eine Kastanie. Hinter ihr liegt der Enddarm. Wenn die Prostata wächst, kann der Betroffene Probleme beim Wasserlassen bekommen, weil die Drüse die Harnröhre umschließt.

Vergleichbar mit anderen Krebserkrankungen, wie Darmkrebs, können Ärzte den Tumor in einem frühen und womöglich gut behandelbaren Stadium entdecken, wenn Männer regelmäßig zur Vorsorgeuntersuchung gehen. In diesem Fall hilft zudem auch eine ergänzende spezifische Bildgebung.

Mehrere Diagnosemethoden zur Früherkennung eines Prostatakarzinoms

Erster Ansprechpartner bei Verdacht auf einen Prostata-Tumor ist der niedergelassene Urologe. Mit Tastuntersuchung, Ultraschall und PSA-Test (Prostata-spezifisches Antigen) sammelt er oft schon ausreichend Informationen:

  • Tastuntersuchung: Sie ist als Früherkennungsuntersuchung eine Leistung der gesetzlichen Krankenkassen: Männer ab 45 Jahren haben einmal jährlich Anspruch darauf.
  • Transrektale Ultraschalluntersuchung (TRUS): Der Arzt beurteilt mit einem Ultraschallgerät Form und Größe der Prostata. Er führt dazu eine etwa fingerdicke Ultraschallsonde in den Enddarm ein.
  • PSA-Test: PSA ist ein Eiweiß, das in der Prostata gebildet wird und in geringen Mengen ins Blut übertritt. Ein erhöhter PSA-Wert im Blut von mehr als 4,0 ng/ml kann, muss aber nicht, auf ein Prostatakarzinom hinweisen. Der Wert kann auch aus anderen Gründen erhöht sein. Um dies weiter eingrenzen zu können, ist es in den meisten Fällen nötig, mehrere Gewebeproben (Biopsien) zu entnehmen.
  • Biopsie: In der Regel entnimmt der Arzt zehn bis zwölf Gewebeproben aus der Prostata und untersucht sie dann unter einem Mikroskop auf Tumorzellen. Generell besteht jedoch dabei das Risiko falsch-positiver oder falsch-negativer Ergebnisse. Das heißt, der Befund kann unauffällig sein, obwohl es bereits Tumorherde in der Prostata gibt.

Kernspintomographie (MRT): Zielgenaue und schonende Methode

Mit der multiparametrischen Kernspintomographie (MRT) gibt es ein weiteres, bereits gut etabliertes und weltweit anerkanntes bildgebendes diagnostisches Verfahren, das immer wichtiger wird, wenn es um das Erkennen von Prostatakrebs geht. Das Verfahren hat vor allem in jenen Gebieten Vorteile, die dem Ultraschall schwer zugänglich sind. Zudem ermöglicht es dem Urologen, zielgenau eine Biopsie zu entnehmen. Auch gewährleistet die Methode eine schonende Verlaufskontrolle und Nachsorge nach einer Operation.

Im Gegensatz zu anderen MRT-Untersuchungen, zum Beispiel am Kniegelenk, kombiniert der Arzt bei der Untersuchung der Prostata verschiedene Messparameter (multiparametrisch). Sie ermöglichen es, Aussagen über die Tumorbiologie und die Durchblutung zu treffen.

 

Untersuchung dauert 30 Minuten und bedarf nur geringer Vorbereitung

Die Untersuchung dauert etwa 30 Minuten und bedarf nur weniger vorbereitender Maßnahmen, wie der Säuberung des Enddarms mittels kleinem Einlauf und der Entleerung der Harnblase durch den Patienten. Ferner erhält der Betroffene ein Medikament zur kurzfristigen Beruhigung der Darmbewegung. Gegebenenfalls wird ihm über eine Vene ein Kontrastmittel gespritzt, um die Prostata-Durchblutung zu beurteilen.

 

 


Autor: Dr. med. Christian Kulke, Facharzt für diagnostische Radiologie


 

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