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12.01.2017

Kernspintomographie: Professioneller Blick ins Herz

Heute ist die kernspintomographische strahlungsfreie Diagnostik des Herzens ein etabliertes Verfahren, um verschiedene Erkrankungen abzuklären. Im Klinikum Landsberg betreut ein Team aus Kardiologen und Radiologen diese Untersuchungen und wertet sie gemeinsam aus.

In der kardiologischen Diagnostik oft besser als andere Verfahren

Klinische Studien haben gezeigt: Die Kernspintomographie ist anderen bildgebenden Verfahren in der kardiologischen Diagnostik in vielen Bereichen überlegen. Das gilt vorrangig für folgende vier Anwendungsgebiete:

  • Untersuchung der Herzfunktion („Wie gut pumpt das Herz?“)
  • Herzmuskeldurchblutung („Perfusion“)
  • Erfassung der Narbenausdehnung nach Infarkten („Vitalität“)
  • Erfassung von Umbauprozessen des Herzmuskels bei Kardiomyopathien und entzündlichen Veränderungen

Wie gut pumpen die unterschiedlichen Herzareale?

Als „Videosequenz“ angefertigte Schichtaufnahmen des Herzens zeigen den Medizinern, wie gut die unterschiedlichen Herzareale „pumpen“ bzw. inwieweit es Wandbewegungsstörungen gibt. Die Ärzte können die Dicke des Herzmuskels exakt beurteilen. Dadurch können sie Herzmuskelerkrankungen klassifizieren und auch prognostisch einschätzen.

Wie gut ist der Herzmuskel durchblutet?

Der Herzmuskel wird während der Untersuchung durch ein gut verträgliches Medikament vermehrt durchblutet und in eine kurze Belastungssituation gebracht, parallel dazu wird dem Patienten ein Kontrastmittel intravenös verabreicht. Mit der Kernspintomographie stellt man die Anflutung des Kontrastmittels im Herzmuskel dar. Verzögerte Verfärbungen des Muskels sind die ersten Zeichen einer Einengung von Herzkranzgefäßen. Dadurch lassen sich bereits asymptomatische Frühstadien der koronaren Herzkrankheit (KHK) erkennen. In Ergänzung zur Darstellung der Herzkranzgefäße in der Computertomographie oder der Herzkatheter-Angiographie liefert diese Untersuchung wichtige Hinweise, ob eine Gefäßenge wirklich behandlungsbedürftig ist.

Wie schwer ist ein Herzinfarkt und welches Ausmaß hat er?

Die Methode wird eingesetzt, um das Ausmaß und die Schwere eines Herzinfarktes darzustellen und ist offensichtlich auch ein wichtiger prognostischer Faktor für Patienten mit einer koronaren Herzkrankheit. Dargestellt werden Verfärbungen des Herzmuskels mehrere Minuten nach der intravenösen Gabe eines Kontrastmittels (late enhancement), die angefärbten Infarktareale repräsentieren irreversibel geschädigtes Muskelgewebe. In Kombination mit der Herzfunktionsuntersuchung ergibt sich die Möglichkeit, zwischen irreversibel geschädigtem Gewebe und funktionsgestörtem, aber vitalem Herzmuskelgewebe zu unterscheiden.

Wie verändert sich der Herzmuskel selbst bei Kardiomyopathien?

Die Kardiomyopathien sind eine Gruppe von Erkrankungen, deren wesentliches Merkmal die direkte Beteiligung des Herzmuskels selbst ist (z.B. hypertrophe Kardiomyopathie, dilatative Kardiomyopathie, arrhythmogene rechtsventrikuläre Kardiomyopathie, non-compaction-Kardiomyopathie). Die Kernspintomographie stellt die morphologischen und funktionellen Veränderungen dieser Herzmuskelerkrankungen dar.

Mit dem Einsatz von Kontrastmittel (late enhancement) können charakteristische Umbauprozesse des Muskelgewebes und entzündliche Prozesse bei einer Myokarditis sichtbar gemacht werden.


Autor: Dr. med. Christian Kulke, Verantwortlicher Arzt Klinikradiologie, Facharzt für diagnostische Radiologie


 

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